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Das P7-Prinzip „Proper Planning & Personnel Prevents Poor Project Performance“ 

Thomas Laaber im Gespräch

Tom, Welche zentralen Erfahrungen haben dich in Bezug auf Industrial Project Management geprägt?

Als Projekt Manager auf der Auftraggeber Seite mit Sicherheit das Thema „Integrated Project Delivery“. Der Anspruch, ein Projekt ganz zu erfassen, es über die verschiedenen Projektphasen in Hinblick auf das gewünschte Ergebnis/ Ziel zu entwickeln und auf Kurs zu halten, erfordert neben dem Wissen um Projekt Management Methoden auch Leadership; damit einhergehend soziale Kompetenz und effiziente Kommunikation.  Mit anderen Worten bedeutet das für mich ausgeprägte Managementqualitäten und Intrapreneurship.

Im Gegensatz dazu war ich als Projekt Manager auf der Auftragnehmer-Seite ausschließlich mit den Problemstellungen in der Errichtungs- und Inbetriebnahme Phase konfrontiert. Für den Projekterfolg haben sich dabei neben einer Anzahl anderer Faktoren für mich zwei wesentliche Erfolgsfaktoren heraus kristallisiert:

Die Planung und das Personal (Projektteam). Dabei gilt der Leitsatz „Proper Planning & Personnel Prevents Poor Project Performance“, welches ich auch als „P7 Prinzip“ verinnerlicht habe. Wobei ich ganz klar zwischen „proper“ und „perfect“ unterscheiden möchte, denn in der Realität ist „Die perfekte Planung“ und „Das perfekte Personal“ ein unerfüllbarer Anspruch. Allerdings eine entsprechende Planung und ausreichend verfügbares und qualifiziertes Personal versetzen Projektteams in die Lage, produktiv zu sein und auch rasch auf Projektdiskontinuitäten zu reagieren.

Welche Schwerpunkte siehst Du, Tom. wenn es um Deine Zukunft in der ACG geht? Was möchtest Du entwickeln?

Ich finde den Bereich Organisationsentwicklung sehr interessant, im speziellen das Thema „Veränderungsmanagement im Kontext von Projekten“. In der Praxis sind es gerade die Wechselwirkungen zwischen Stammorganisation und Projektorganisation, die oft maßgeblich am Projekterfolg oder -misserfolg entscheidend sind. Die Entscheidung „Reine Projektorganisation“ versus Matrixorganisation wird allzu oft getroffen ohne sich der erforderlichen Veränderungen in der Organisation bewusst zu sein und diese zu managen.

Mein Fokus wird aber ganz klar im Bereich Industrial Management liegen, mit dem Schwerpunkt „Produktivität in Investitionsprojekten“. Ich möchte das aus dem Produktionsbereich bekannte  Thema „Lean Management“ aufgreifen und dessen Anwendung in Projekten zum Durchbruch verhelfen. Ein Vergleich zeigt ganz klar, dass sich die Produktivität in der Produktion in den letzten Jahrzenten stark weiterentwickelt hat, während sie im Bauwesen und Anlagenbau weit weniger Fortschritte machen konnte. Das deckt sich mit den von mir gemachten Erfahrungen.

Dieses Potential aufzuzeigen und den Kunden der ACG die notwendigen Werkzeuge in die Hand zu geben, um die Produktivität in ihren Projekten zu steigern, da sehe ich mich sowohl beratend als auch umsetzend.

In welche Richtung wird sich Deiner Ansicht nach das Thema Industrial Project Management“ weiterentwickeln?

Ich denke in Richtung einer stärker ausgeprägten „Professionalisierung“ und „Digitalisierung“. Vergleicht man Anspruch und Wirklichkeit, dann bleibt unter dem Strich die Erkenntnis, dass im industriellen Segment Projektteams schon heute die in sie gesetzten Erwartungen selten erfüllen können.

Die Komplexität, die Anforderungen und damit der Kosten- und Termindruck werden weiter zunehmen. Meiner Meinung nach brauchen wir daher ein Mehr an Professionalität und effizientere Kommunikation in Projekten, in letzter Konsequenz damit einhergehend einen Einstellungs- und Kulturwandel in Unternehmen.

Was die Digitalisierung betrifft, ich glaube wir stimmen darin überein, dass die zweite Phase der Digitalisierung, das Thema Industrie 4.0, auch Einfluss auf das industrielle Projekte Management haben wird. Sei es in einer stärkeren Vernetzung oder Informationstransparenz zwischen den Projektbeteiligten. Neue Technologien und Systeme werden die Kommunikation wie wir sie heute kennen verändern. „E-Mails“ und „Dokumenten Server“ werden schon bald ihre Dominanz verlieren. 

Danke Tom für das Gespräch.