Jürgen, was war für dich ausschlaggebend, mit der Aeon Consulting Group zusammen zu arbeiten?
Ausschlaggebend für mich waren die Professionalität und der hohe Qualitätsanspruch in allen Belangen. Die Arbeitsweise und das Wertesystem der Aeon Consulting Group entsprechen exakt meiner Vorstellung von hochwertiger Beratungsleistung. Die Unternehmenskultur hat meinen ersten Eindruck mehr als bestätigt. Die strategische Ausrichtung der Aeon Consulting Group war eine weitere wichtige Komponente im Entscheidungsprozess.
Jürgen, wie sieht dein Werdegang in der Energiewirtschaft aus und was fasziniert dich an der Branche?
In meinem bisherigen Werdegang hatte ich bereits die Chance für verschiedene Marktrollen in der Gas- und Stromwirtschaft tätig zu sein. Projekte bei verschiedenen Marktteilnehmern sind für das Verständnis des gesamten Marktes hilfreich und notwendig.
Aufgrund der Wechselwirkung zwischen Gas- und Stromwirtschaft ist es mir sehr wichtig regelmäßig sowohl in der Gas- als auch Stromwirtschaft tätig zu sein. Dies gilt auch für verschiedene Länder, da Märkte teilweise sehr unterschiedlich funktionieren und auch innerhalb derselben fachlichen Disziplin immer wieder eine Herausforderung darstellen.
Die notwendige Spezialisierung als Berater in der Energiewirtschaft sowie die ständige Veränderung der Märkte macht dies natürlich zu einem schwierigen bzw. fast unmöglichen Unterfangen. Ich bin jedoch überzeugt dieses Ziel gemeinsam mit meinen KollegInnen der Aeon Consulting Group verwirklichen zu können.
An der Energiewirtschaft allgemein faszinieren mich die Dynamik der Märkte und die damit einhergehenden kontinuierlichen Herausforderungen. Ein weiterer Aspekt ist die Vielfalt an Marktrollen und deren unterschiedliche Anforderungen und Strategien.
Welche Fragen hinsichtlich Energiesektor beschäftigen dich zurzeit?
Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung bei Fernleitungsbetreibern primär die Umsetzung des 3. Binnenmarktpakets in der österreichischen Gaswirtschaft. Der Marktregelprozess ist in vollem Gange und das Marktmodell noch nicht finalisiert. Die Umstellung vom Point-to-Point Modell auf das Entry/Exit Modell sowie grundlegende Änderungen in der Bilanzierung und im Kapazitätsmodell etc. stellen die österreichischen Fernleitungsbetreiber vor große Herausforderungen.
Die Frage zur Deckung des Strombedarfs in Deutschland bei geplanter Abschaltung der Kernkraftwerke unter Berücksichtigung des aktuellen Spark Spread sowie die steigende Produktion von Elektrizität durch emissionsarme und erneuerbare Energien zur Erreichung der Klimaziele wird uns die nächsten Jahre bewegen. Die damit einhergehenden Anpassungen der Vermarktungsstrategien sowie der notwendige Ausbau der Infrastruktur sind ebenfalls interessante Fragestellungen.
Was sind aus deiner Sicht relevante Marktveränderungen, auf die sich die Branchenvertreter einstellen (müssen)?
Relevante Marktveränderungen stellen sich für jedes Unternehmen in der Energiewirtschaft unterschiedlich dar. Dies ist im wesentlichen vom Portfolio des Unternehmens und somit vom Markt, der Commodity sowie der jeweiligen Marktrolle abhängig.
Österreichische Marktteilnehmer in der Gaswirtschaft werden am stärksten die neue Bilanzierung und das neue Kapazitätsmodell spüren. Generell wird die geplante Vereinheitlichung des Binnenmarktes auf Basis von Netzkodizes und Framework Guidelines die Marktteilnehmer in den nächsten Jahren weiterhin vor große Herausforderungen stellen.
Der türkische Markt unterliegt einem verhältnismäßig starken Wachstum und stellt somit ein großes Potential dar. Die weitere Entwicklung im PMUM Day Ahead Markt, das weitere Verfahren mit Stempelgebühren, geplante Privatisierungsschritte und regelmäßige Aktualisierungen der Network Codes stellen dort relevante Marktänderungen dar.
Für Netzbetreiber in Deutschland ist die Abschaltung der Kernkraftwerke gepaart mit der steigenden dezentralen Produktion durch erneuerbare Energieträger eine der wesentlichen Marktveränderung.
Energieunternehmen, welche im rumänischen Gasmarkt tätig sind stehen vor einer neuen Version des Network Codes. Die mit der Bilanzierung einhergehenden Fees stellen nur eine relevante Marktveränderung dar. Regelmäßige Anpassungen im Basket-Modell stellen Marktteilnehmer kontinuierlich vor neue Herausforderungen.
Die Etablierung und Entwicklung von Handelsplattformen und Börsen in CEE, Pipeline Projekte, der geforderte Wholesales Trading Passport, nationale Gesetzgebungen sowie die Produktion von Shale Gas, um nur einige Themen zu nennen, beschäftigen Unternehmen in der Energiewirtschaft tagtäglich.
Kurzprofil Jürgen Mayerhofer
Senior Experte in der Industrial Management Unit, Spezialisierung auf Energiewirtschaft im Zuge der vollständigen Liberalisierung des österreichischen Gasmarktes (2002), weitreichende Erfahrungen in Gas- und Strommärkten der CSEE-Region, Beratung von international agierenden Unternehmen in der Gas- und Stromwirtschaft, zertifizierter EEX Börsenhändler (Spot- und Terminmarkt), Erfahrung im Management von komplexen IT Projekten für verschiedenste Marktteilnehmer (Handelshäuser, Versorger, Leitungsbetreiber, Speicherbetreiber), Planung und Durchführung von IT Ausschreibungen, Studium des Projektmanagements, zertifizierter Requirements Engineer, beruflicher Erfahrungshintergrund als Business Analyst, Projektmanager und Solution Architect in der Energiewirtschaft.



